Hoffnung schenken – Schritt für Schritt

Orthopedics for the Developing World e.V.

In Sierra Leone bedeutet ein gebrochener Knochen oft das Ende eines selbstbestimmten Lebens. Was in anderen Ländern mit einer Operation schnell geheilt wäre, führt hier nicht selten zu lebenslangen Einschränkungen. Menschen verlieren ihre Arbeit, ihre Selbstständigkeit – und manchmal auch ihre Würde.

Wir von Orthopädie der Welt (ODW) setzen uns dafür ein, das zu ändern. Mit unseren Teams aus Ärzt:innen, Pflegekräften und Physiotherapeut:innen operieren wir verletzte Menschen, bilden das lokale Personal aus und geben so Hoffnung zurück. Jeder gelungene Eingriff ist mehr als nur eine Operation – er ist ein Neuanfang.

Gemeinsam können wir dazu beitragen, dass Menschen in Sierra Leone wieder auf eigenen Beinen stehen – im wahrsten Sinne des Wortes.

Orthopädie der Welt (ODW) wurde 1997 von Dr. Fritjof Schmidt-Hoensdorf als gemeinnütziger Verein gegründet. Seitdem setzen wir uns dafür ein, unfallchirurgische und orthopädische Versorgung sowie Orthopädietechnik in Entwicklungsländern zu fördern – mit besonderem Fokus auf Sierra Leone.

Anfangs unterstützten wir eine orthopädische Werkstatt, die vor allem Hilfsmittel für Leprakranke herstellte. Trotz der schweren Jahre des Bürgerkriegs (1992–2002) konnte die Werkstatt dank des unermüdlichen Engagements von Bruder Alois Schneider in Makeni weiterbestehen.

Seit 2004 sind unsere Teams regelmäßig in Lunsar, rund 150 km von Freetown entfernt, tätig. Mit Hilfe von Spenden konnten wir dort einen für westafrikanische Verhältnisse hervorragend ausgestatteten Operationssaal aufbauen. Heute führen unsere Ärztinnen und Ärzte dort regelmäßig Operationen durch und bilden gleichzeitig das lokale Personal weiter.

Ein wichtiger Meilenstein war die Gründung einer Krankenpflegeschule im Jahr 2007, die inzwischen über 100 Schülerinnen und Schüler pro Jahrgang ausbildet und so einen nachhaltigen Beitrag zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung im Land leistet.

Nach einer Unterbrechung durch die Ebola-Epidemie 2014/15 konnten wir 2016 unsere Einsätze wieder aufnehmen. Seit 2017 sind jährlich mindestens fünf Teams aus Unfallchirurgen, Orthopäden, Anästhesisten, OP-Pflegekräften und Physiotherapeuten für jeweils zwei Wochen vor Ort.

Versorgung schwerer Verletzungen:
Nicht verheilte oder fehlverheilte Brüche, die ein normales Leben unmöglich machen, werden operiert und stabilisiert.

Schulungen & Wissenstransfer:
Unser Ziel ist nicht nur, Patientinnen und Patienten zu behandeln, sondern auch das lokale medizinische Personal umfassend auszubilden.

Nachhaltigkeit:
Durch die Krankenpflegeschule und die kontinuierliche Zusammenarbeit mit der Klinik in Lunsar stärken wir langfristig die medizinische Infrastruktur in Sierra Leone.

Die medizinische Versorgung im Bereich der Unfallchirurgie und Orthopädie ist in Sierra Leone nach wie vor stark unterversorgt. Wir möchten dazu beitragen, dass Menschen wieder gehen, arbeiten und am sozialen Leben teilnehmen können.

Jeder Einsatz, jede Operation und jede Schulung bringt das Land einen Schritt weiter auf dem Weg zu einer besseren Gesundheitsversorgung.

Fallbeispiel: Nach OP zurück zur vollen Mobilität

Ein anschauliches Beispiel ist dieser 25-jährige Mann, der sich beim Fußballspielen ein Bein brach. Aufgrund der nicht vorhandenen Versorgung solcher Verletzungen in Sierra Leone war das Bein, wie gut zu sehen ist, völlig schief zusammengewachsen.

Nach der gelungen Operation wird der Patient wieder im Stande sein, ein normales Leben zu führen, zu arbeiten und eine Familie zu ernähren.

Leuchtturmprojekte

Anstellung eines Arztes und Ausbildung in Basis-Unfallchirurgie.

Gemeinsames Projekt mit Rotary Club Ebersberg – Grafing und rotarischer Distrikt.

Aufbau einer autarken Stromversorgung über eine PV – Anlage, sowie eines Dieselgenerators.

Gemeinsames Projekt mit der bayerischen Staatsregierung.

Ausbau des Brunnensystems zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung.

Gemeinsames Projekt mit dem Honorarkonsulat für Sierra Leone.